Stammtisch Protokoll vom 30.05.2017

Wächtersbach (…). Beim Stammtisch des Vereins Pro Wächtersbach wurden zahlreiche Themen angesprochen: Als Gast begrüßte Vereinsvorsitzende Andrea Euler den ehemaligen Förster Eberhard Jamrowski, der von einer „allgemein schwierigen Situation“ sprach, die er insbesondere mit der Absenkung des Grundwasserspiegels begründete. Aus seiner Sicht muss bei einer Betrachtung „der ganze Vogelsberg bis hin zur Wasserscheide“ mit einbezogen werden. Dieser Argumentation stimmte Frank Schäfer zu, der als NABU-Mitglied und Mitglied der Schutzgemeinschaft Vogelsberg die Problematik kennt. Schäfer sprach von „schwebenden Grundwasser- Stockwerken“, bei denen sich die verschiedenen Gesteinsgeschichten im Bezug auf das sie umgebende Wasser unterschiedlich verhalten – was zu einer problematischen Situation führen kann hinsichtlich des Grundwassers. Wie Schäfer betonte, arbeitet die Schutzgemeinschaft Vogelsberg aktuell an einem entsprechenden Gutachten. Dass der Grundwasserspiegel schon jetzt abgesackt ist und die Bäume nicht mehr hinreichend versorgt werden, sei auch aktuell zu beobachten – Regenmangel und allgemein der Klimawandel machten sich bemerkbar.

Als wichtigen Aspekt faßte Schäfer zusammen: „Durch den Tunnelbau konnte die Versorgung von Frankfurt gefährdet werden.“ Schäfer schlug vor, fachlich qualifizierte Referenten zu der Thematik „Raumwiderstände“ für den nächsten Stammtisch am 12. Juni einladen zu wollen.

Als Gast konnte auch Arnold Lifka mit einem Kollegen der Steinauer Bürgerinitiative „Keine neue Bahn im Kinzigtal“ begrüßt werden. Lifka betonte das Interesse der Steinauer, mit anderen Bürgerinitiativen gemeinsam die sinnvollste Strecke für die Menschen erarbeiten und verfechten zu wollen. Aus seiner Sicht ist dies am ehesten die Variante sechs.

Übereinstimmend berichteten die beiden Steinauer Initiativen-Vertreter und Stephan Siemon, den der Wächtersbacher Verein zum Dialogforum entsendet, davon, dass die Variante acht wohl eher weniger wahrscheinlich sei, obgleich das Thema Bündelung ein Gebot der Stunde sei. Die Planer dürften jedoch davon abweichen, wenn verkehrliche Hindernisse der durch die Bündelung bedingten Trassenführung entgegen stünden.

Stefan Wamser sprach sich dafür aus, dass die Bereiche geschont werden müssten, in denen Menschen wohnen. „Drei Minuten Zeitverlust können wir für die Lebensqualität so vieler Menschen in Kauf nehmen“, forderte er. Wamser forderte, es müsse Ziel sein, regionübergreifend eine Einigung zu erzielen. „Dann fordern wir Betroffenen von der Bahn, dass der Zug dort lang läuft.“ Zunächst gelte es, Argumente für eine Trassenführung zu finden. „Wir als Bürger müssen unsere Bürgermeinung vertreten, eine gemeinsame Linie finden. Nur dann kann man auch ordentlich in die Kerbe hinein hauen.“

Christina Sahland wies darauf hin, dass die Brachttaler Bürgerinitiative aktuell für den 17.Juni eine Veranstaltung bei der Keramik vorbereite, zu der alle Bürgerinitiativen eingeladen werden sollen.

Zur Emotionalisierung der Wächtersbacher Bürgerinnen und Bürger plant die BI einen weiteren Info-Abend am 28. Juni in der Heinrich-Heldmann-Halle. Frank Schäfer brachte als zusätzliche Idee einen „Trassenspaziergang“ entlang der geplanten Trassen ins Spiel.

Auf Nachfrage des Ehepaares Kauck erläuterte Sahland, sie habe als Zuständige für die Kontakte zwischen den bestehenden Bürgerinitiativen eine Liste erstellt und setze als Mitglied beider Gruppierungen auf die geplante Veranstaltung am 17. Juni in Brachttal. Alexandra Schüller erläuterte, sie habe in Schulen und Kindergärten zu einem Malwettbewerb aufgerufen, dessen Ergebnisse bei einer Veranstaltung am 28. Juni in der Heinrich- Heldmann-Halle präsentiert werden sollen. Auf diesem Wege könnten auch Eltern emotionalisiert werden. Plakate seien entworfen worden. Am Veranstaltungsabend sollen auch die einzelnen Trassen gezeigt werden, damit sich die Betroffenen diese besser vorstellen können.

Kontrovers diskutiert wurde die Frage, ob auf der neuen Homepage die Umfrage wiederholt werden soll, die bereits bei der Auftaktveranstaltung in der Heinrich-Heldmann-Halle den Gästen vorlag. Als Tenor kristallisierte sich heraus, dass zunächst mehr Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden müsse und eine Verknüpfung mit anderen Initiativen erfolgen müsse – erst danach solle möglicherweise erneut ein Stimmungsbild erhoben werden.

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