Stammtisch Protokoll vom 23.01.2018

 Lärmschutz für alle: ProWächtersbach diskutiert – und startet bundesweite Petition

Wächtersbach (…). Eine bundesweite Petition, ein offener Brief, Logofindung – es galt am zurückliegenden Dienstag für die Mitglieder und Gäste von ProWächtersbach e.V, in der Aufenauer „Quelle“ ein umfangreiches Programm abzuarbeiten. Diszipliniert und engagiert wurde zweieinhalb Stunden diskutiert, um Formulierungen gerungen, Ideen wurden gesammelt, Vorschläge eingebracht. Der arbeitsame Abend hatte eine weitgehend fertige Fassung einer bundesweiten Petition und eines analog dazu zu veröffentlichenden Offenen Briefs an Bundesverkehrsminister Christian Schmidt zur Folge. Weitere Änderungswünsche zu den beiden Texten werden bis zum Wochenende von Annika Herchenröther, Oskar Soliga, Andrea Euler und Stephan Siemon in den vorliegenden Text eingearbeitet. Am Montag um 11 Uhr findet dann in Neudorf direkt an den Bahngleisen eine Pressekonferenz statt, im Rahmen derer die Unterlagen veröffentlicht werden und die Petition offiziell per Knopfdruck gestartet wird.

Die Wortbeiträge der 20 Gäste befassten sich sowohl mit inhaltlichen Klärungen als auch mit Formalien. Gewünscht wurde unter anderem, dass der Offene Brief mit einer Bitte um Unterstützung auch an den Hessischen Umweltminister Tarek Al-Wazir geschickt wird. Auch Landrat Thorsten Stolz soll informiert werden. Die Vorschläge für ein Logo variierten von Bildern mit Katze und Ohrschutz über ein Schild „Endlich ist Ruhe“ am Fußzeh eines Toten auf einer Bahre bis hin zu etwas komplexeren Motiven mit Bahnstrecken und Häusern und Ohrschonern. Bis zum Wochenende werden auch hier Ideen gesammelt, dann entscheidet die spontan entstandene Arbeitsgruppe, welches Motiv die Petition in den Sozialen Medien und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit begleiten soll.
Nach einer intensiven Planung zahlreicher Details, die das Pressefrühstück und die Veröffentlichung von Petition und Offenem Brief betreffen, wurde ausgiebig erörtert, wie das selbst gesteckte Ziel von mindestens 5.000 Unterschriften binnen einen halben Jahres auf der Petition erreicht werden soll. Zum einen wird der Verein mit einem Netzwerk Kontakt aufnehmen, das als Sammelbecken für Lärmgegner bundesweit gilt. Zum anderen sollen Städte und Gemeinden, deren Anwohner sich in gleicher Situation befinden wie die Wächtersbacher Bevölkerung, kontaktiert und um Veröffentlichung des Petitionstextes auf ihrer Homepage gebeten werden. Auch über Unterschriftenliste, den (mühseligen) Weg von Haustür zu Haustür und die Veröffentlichung in den sogenannten Sozialen Medien wurde diskutiert.

Unterstützt werden sollen die Anstrengungen dadurch, dass für März die für den Main-Kinzig-Kreis zuständigen Bundespolitiker und auch der Verkehrsminister eingeladen werden sollen, die der Verein um eine Positionierung hinsichtlich der Petition bitten will.

Einen Bericht über die jüngste Sitzung zum Raumordnungsverfahren vom Vortag steuerte Stephan Siemon, ergänzt von Christian Behrendt (Pro Bus & Bahn), bei. Wesentliches Thema der Sitzung waren die Betrachtungen zum Lärmschutz. Siemon erwähnte, dass Variante V hier erwartungsgemäß besonders schlecht abschneide – er betonte aber auch nachdrücklich, dass die Bewertung bisher nur ein vorläufiges Teilergebnis ist und nicht zum Ausschluss von Varianten führt.

Im Zuge der Erläuterungen zum Raumordnungsverfahren erläuterte Andrea Euler zudem, dass es zwischen dem Verein und Frau Katzenbach-Trosch einen email-Verkehr gab, in dem sich der Verein erkundigte, wie es bezüglich des Themas Stausee im November zu solch unterschiedlichen Darstellungen kommen konnte. Im Wortlaut unserer Mail heisst es: „Da solche Widersprüche dazu beitragen, den von anderer Seite stets wiederholten Vorwurf der „Augenwischerei“ zu untermauern und zudem für weiter wachsendes Misstrauen auch bei denjenigen sorgt, die an ein Miteinander im Dialogforum glauben (wollen), bitten wir um Aufklärung, wie es zu dieser Publikation kommen konnte und wie sich die Bahn inhaltlich aktuell zu dieser Frage stellt.“ In der Antwort heisst es: „Was die unterschiedliche Einschätzung von DB und Wasserverband bezüglich der Stauseethematik angeht, bin ich verwundert darüber, dass Sie hier Augenwischerei oder ähnliches vermuten. Es gibt hier einfach noch unterschiedliche Einschätzungen. Das muss geklärt werden. In der kommenden Woche gibt es hierzu einen Termin mit Behörden, Abwasserverband und Vertretern der DB.“ Dieser Termin hat zwischenzeitlich stattgefunden, das Ergebnis wurde in der o.a. Sitzung zum

Raumordnungsverfahren thematisiert. In Kürze und einfachen Worten: Wenn kein Pfeiler in den See kann, können auf jede See-Seite welche – und den See würde dann eine Netzwerkbogenbrücke überspannen.

An die Darstellungen von Stephan Siemon schloss sich eine Diskussion an, bei der zunächst erörtert wurde, welcher Beschluss im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises gefasst wurde. Im Verein wurde schließlich beschlossen, den Kreistag aufzufordern, erst nach dem Vorliegen einer Vorzugsvariante Gutachten in Auftrag zu geben oder rechtliche Schritte einzuleiten.

Der anwesende NABU-Vorsitzende Karl-Richard Licht sagte zu, die Vereinsmitglieder und weitere Interessierte bei einer der nächsten Sitzungen über schützenswerte Tiere und Pflanzen im Bereich der Wächtersbacher Trassenführung zu informieren. Zu diesem Thema sollen noch weitere Fachleute gehört und ggf. auch Geologen befragt werden.

Um dem Verein auch kurzfristig eine öffentliche Präsentation zu ermöglichen, soll die Gestaltung von Stelltafeln vorbereitet werden. Sabrina Klein-Pursche und Oskar Soliga teilten mit, sich darum zu kümmern.

Zum Schluss der Sitzung wurde schließlich vereinbart, dass die Hesseldörfer Familie Kauck die politischen Diskussionen, die sich mittlerweile im Main-Kinzig-Kreis um die zu bauende Schnellfahrstrecke ranken, auch weiterhin im Auftrag des Vereins begleiten sollen.

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