Stammtisch Protokoll vom 12.06.2017

Am vergangenen Montag, 12. Juni, fand der jüngste Stammtisch von ProWächtersbach e.V. in entspannter, fachorientierter Stimmung im Ysenburger Hof statt. Unter den Gästen: Cécile Hahn, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Vogelsberg e.V., die erste Informationen zum Thema „Auswirkungen großer Baumaßnahmen auf den Grundwasserbestand“ zur Kenntnis brachte. Wie Cécile Hahn mitteilte, ist es möglich, dass (unerwünschte) Verbindungen zwischen verschiedenen Wasserschichten entstehen – „das ist vorab schlecht einzuschätzen“. Durch Leckagen könnten jedoch bestimmte Wasserstockwerke „aussickern“. Zudem sei klar, dass bei versiegelten Flächen die Grundwasserneubildung fehle. Problematisch könne sich künftig auch die Förderung von Grundwasser gestalten – je nachdem, welche Effekte erreicht würden. Bislang ist die Schutzgemeinschaft noch nicht im Dialogforum vertreten, Cécile Hahn konnte sich jedoch vorstellen, uns ein entsprechendes Gutachten/eine Fachausarbeitung zum Einreichen im Dialogforum zur Verfügung zu stellen.

Frank Schäfer wies darauf hin, Holger Scheffler vom Wasserverband Kinzig habe eine Versammlung beim Wasserverband Kinzig angeboten, in deren Rahmen er eine ausführliche Präsentation halten könne. Derzeit läuft dafür die Suche nach einem passenden Termin.

Familie Kauck brachte passend zum Thema einen Auszug aus einer Fachschrift mit, die sich mit dem „Grundwasser im Vogelsberg“ beschäftigt und im Hessischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten herausgegeben wurde. Zudem legten Kaucks eine Geologie und Bodenkarte Hessens vor, auf der die unterschiedlichen Gesteinsvorkommen verzeichnet sind. Eine Frage, die im Raum steht: In Wittgenborn gibt es Braunkohlevorkommen. Kann dennoch mit großen Tunnelbohrern gebohrt werden? Auch dieses Argument soll dem Dialogforum zur Diskussion vorgelegt werden?

Christian Behrend betonte, dass geologische Untersuchungen von Seiten der Bahn ohnehin gemacht werden müssten, allerdings fänden vertiefende Untersuchungen erst im Planfeststellungsverfahren statt. Eine Vorabeinschätzung einzureichen, sei nicht falsch.

Stephan Siemon fasste die Raumwiderstände, die inzwischen der Bahn zur Kenntnis gebracht wurden, zusammen und erläuterte anhand einer Karte, an welchen Stellen sich diese befinden. Heiner und Gudrun Kauck hatten dazu im Vorfeld eine Aufstellung erstellt. Wie sich herausstellte, sind die beiden Deponien, die unter anderem aufgelistet wurden, nicht im Altlastenkataster verzeichnet.

Christian Behrendt hob das aus seiner Sicht sehr gute, transparente und innovative Vorgehen der Bahn hervor, das sich im Anbieten des Dialogforums widerspiegele. Aus seiner Sicht ist es „nicht sinnvoll, Dinge zurückzuhalten, die vor Ort bekannt werden“. Es sei vielmehr wichtig, diese in das laufende, DB-interne Trassenauswahl-Verfahren einfließen zu lassen. „Die Trassenfindung durch DB Netz geschieht nicht in einem irrationalen politischen Raum, sondern ist in dieser neuen Form ein Riesenfortschritt gegenüber dem, was vorher in allen Teilen von Deutschland abgelaufen ist“, betonte Behrendt. Aber auch die Fachkräfte bei DB Netz und in den Gutachterbüros könnten Fakten nur beurteilen, wenn diese bekannt seien. Deshalb ist das seiner Sicht das richtige Vorgehen: Fakten einbringen – und wenn sich dann zu wenig bewege, dreimal nachhaken. Und er machte den Anwesenden Mut für das künftige Vorgehen: „Alle Varianten, die verkehrlich einen Sinn machen und das Brachttal queren, sind im weiteren Verlauf Richtung Fulda wegen zu großer Raumwiederstände ausgeschieden. Die verbliebenen Brachttalvarianten 6 und 7 können nicht südlich des Bahnhofs Schlüchtern mit der Bestandsstrecke verknüpft werden. Deshalb werden die Fahrgast- und Verkehrsverbände diese Varianten ablehnen.“ Insbesondere der Trassenvariante V räumte Behrendt kaum Chancen ein, da diese inhaltlich schlecht sei, für Bad Soden-Salmünster hochproblematisch und zudem nicht einmal von DB Netz selbst stamme, sondern durch die Gutachter des Bundesministeriums für Verkehr in digitale Infrastruktur (BMVI) im Zuge des

Bundesverkehrswegeplanes 2030 erst zu einem späteren Zeitpunkt in den laufenden Trassenfindungsprozess eingespeist wurde. Aus Sicht der Fahrgastverbände seien im Bereich Wirtheim – Wächtersbach eine Varianten „8b“ (Arbeitstitel) in Kombination mit der bereits vorliegenden Variante IV, die südlich von Bad Soden-Salmünster verlaufe, die verkehrlich sinnvollste bei zugleich größtem Abstand von den Siedlungsschwerpunkten.

Im weiteren Verlauf der Sitzung beschäftigten sich die Anwesenden mit zwei geplanten Veranstaltungen: Nach den Sommerferien soll eine Veranstaltung mit einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht stattfinden, der Interessierte darüber informiert, zu welchem Planungsschritt welche juristischen Möglichkeiten bestehen. Möglicherweise wird die Veranstaltung auch um eine Information dazu ergänzt, welche Versicherungen sich für solche Verfahren eignen.

Und es wird eine erneute Veranstaltung mit der Bahn geplant für die Zeit nach der Bundestagswahl. Es wurde besprochen, wer bereit ist, Plakate und Flyer zu verteilen.

Kassiererin Annika Herchenröther teilte mit, dass sehr bald damit zu rechnen sei, dass ein Konto dem Verein zur Verfügung stehe – was zwischenzeitlich auch geschehen ist.

Thematisiert wurde auch, dass künftige „Einwendungen“, die dem Dialogforum kund und zu Wissen gegeben werden, zeitgleich auch den Fraktionsvorsitzenden zur Verfügung gestellt werden, „damit später keiner sagen kann, er habe von nichts gewusst.“ Diese Anregung wurde auch gleich am folgenden Tag umgesetzt, als eine erste Liste mit Raumhindernissen an Frau Katzenbach-Trosch gemailt wurde.

Der nächste Stammtisch findet am 26.6. statt, Details werden noch bekannt gegeben.

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