Protokoll Vereins-Stammtisch 9.8.2018

 

Protokoll Vereins-Stammtisch 9.8.2018

Wächtersbach  (…). Beim jüngsten Stammtisch von ProWächtersbach e.V. wurden am vergangenen Donnerstag direkt im Anschluss an das Dialogforum zwischen Vereinsmitgliedern und Gästen etliche Themen intensiv diskutiert: nach den Erfahrungen am Infostand in Aufenau lag die Schlussfolgerung nahe, dass die meisten Aufenauer einem potentiellen Trassenbau gemäß Variante IV entspannt entgegensehen. „Das hängt davon ab, wo in Aufenau man wohnt“, machte Charlie Licht jedoch deutlich, dass die Betroffenheiten durchaus unterschiedlich sind. Das „Oberdorf“ in Richtung Rennbahn sei stärker involviert als das „Unterdorf“.

Anschließend kam Oskar Soliga auf die Ortsbegehung des Vorstandes zu sprechen, bei der offensichtlich wurde, welche enormen Ausmaße der geplante Brückenbau im Wiesengrund südlich Wächtersbachs haben wird. Pro Wächtersbach versucht, die Grundstücksbesitzer dort ausfindig zu machen und auf das Thema anzusprechen, wobei einer der großen Grundstücksbesitzer dort, wie Herchenröther zu berichten wusste, bereits signalisiert habe, dass er an der Thematik nicht interessiert sei.

Susanne Dahm sprach erneut das Thema Auenschutz an. Der Verein bemüht sich bereits seit einem Jahr um fachlich kompetente Unterstützung und hat nach wie vor den Wunsch, eine Begehung der Auen mit einem Fachmann durchzuführen. „Bislang sind unsere Bemühungen aber leider ohen Erfolg geblieben“, wie Herchenröther erläuterte. Zuletzt habe sie das Senckenberginstitut in Gelnhausen angesprochen, aber keine Rückmeldung erhalten. Zudem habe sie das KIT in Karlsruhe, hier speziell die Abteilung für Fließgewässer, angeschrieben. Auch dort beschied man sie abschlägig, gab aber den Tipp, sich an einen Fachmann in Bad Villbel zu wenden.

Frau Dahm erklärte daraufhin, mit einem Ingenieur in Verbindung zu stehen, der bereits am Bau von Bahnstrecken beteiligt war und sich auch beim Thema Auen auskennen würde. Sein Ratschlag sei, sich mit dem Fischereiverband in Verbindung zu setzen um zu erfahren, was in der Kinzig so kreucht und fleucht. Außerdem solle man die Wiesen mit einem Fledermausdetektor zu begehen, um Fledermauspopulation nachzuweisen. Charlie Licht (NABU) verwies dazu auf den hessischen Fledermausschutz.

Die Anfrage bei der Stadt Wächtersbach, ob und wann sie eine Informationsveranstaltung zu der gesamten Thematik plane, hat ergeben, dass die Stadt wohl keine eigene Veranstaltung plant und lediglich auf die geplante Bahn-Infoveranstaltung verweist. Diese soll laut städtischen Hinweis am 12. September stattfinden – ein Termin, den Christian Behrend (Pro Bahn & Bus)anzweifelte, da am 24. September erst das Dialogforum stattfinden soll, in dem es um die Gutachten des Main-Kinzig-Kreises und der Gemeinde Kalbach gehen soll.

Bevor Stephan Siemon über die Ergebnisse des Dialogforums berichtete, wies Herchenröther nochmals darauf hin, dass der Verein eine Verwaltungsrechtlerin an der Hand hat, um eine Veranstaltung mit rechtlichen Informationen zu gestalten. Dem Verein fehlen allerdings noch die Gelder, um diese zu bezahlen – somit ist ProWächtersbach immer noch auf der Suche Sponsoren. .

Wie Siemon dann erläuterte, wurde auf dem Dialogforum der Bahn, das am nachmittag stattgefunden hatte, nicht über die Gutachten von Kreis und Kommunen gesprochen. Neben dem Gutachten des Main-Kinzig-Kreises, das kurzfristig noch geändert und ergänzt worden war, gibt es ein weiteres Gutachten der Gemeinde Kalbach. Am 21. August soll es Treffen aller Gutachter geben. Am 24. September schließlich sollen die Ergebnisse im Dialogforum diskutiert werden. Beim vergangenen Dialogforum habe die Bahn lediglich noch einmal im Detail ihr Vorgehen bei der methodischen Abschichtung der Varianten erläutert. Die Umweltgutachter der Bahn erklärten, dass aus ihrer Sicht die Varianten IV und VII so nahe beieinander liegen, dass sie keine Entscheidung zwischen den Varianten treffen könnten. Am Ende der Sitzung habe der Gutachter des Kreises vorgeschlagen, doch einfach mit zwei Varianten – also der IV und der VII – in das Raumordnungsverfahren zu gehen. Dies, so erläuterte Christian Behrend, sei grundsätzlich möglich, führe aber zu weiterer Verzögerung.

Kritik wurde am Tisch vor allem hinsichtlich die Zeitverzögerung in der Planung laut, die den Gutachten geschuldet sei. Der Main-Kinzig-Kreis etreibe eine höchst mangelhafte Kommunikationspolitik, beklagte ein Teilnehmer, da etwa kurzfristigen Änderungen am Gutachten der Bahn noch nicht vorgelegen haben. Auch deswegen konnte sie an diesem Tag nicht auf die Gutachten eingehen. Das verkehrliche und wirtschaftliche Aspekte bei dem Gutachten nicht berücksichtigt wurden, wurde allgemein als problematisch angesehen.

Christian Behrendtmachte deutlich, dass Alternativvorschläge jetzt möglichst bald zur Begutachtung eingebracht werden müssen. Es wurde die von der ARGE Bahndreieck Spessart erarbeitete,sog. „modifizierte“ Variante IV besprochen. Hier sei zum Beispiel der verbesserte Schallschutz für Neuwirtheim ein gutes Argument. Bhrend wies auf zwei Schwierigkeiten bei dieser Variante hin: Zum einen berücksichtige die Berechnung, wie viel Auenraum beim Bau verbraucht werde, den Gewinn an Auenraum durch den Rückbau der Altstrecke nicht. Daer falle die Bilanz hier schlechter aus. Zum anderen bereite das Verlegen der Autobahn Probleme, da die Zuständigkeit für den Autobahnbau momentan neu geregelt werde und man dort angibt, nicht genug Kapazitäten für eine Planung des Tunnelbaus zu haben.

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